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18 | Ein Stück vom Glück

Mein erstes Gebet war vermutlich, dass ich als Kind in der DDR von einer Tafel Schokolade, die in meinem Geschenkpaket aus dem Westen eingepackt war, ein Stück abgebrochen und auf die Fensterbank gelegt habe. Eine Art Opfer.


Da stand keine Gottesvorstellung dahinter, denn ich bin zwar getauft, aber ohne jegliches religiöses Wissen aufgewachsen. Es war einfach das überwältigende Gefühl von Dankbarkeit:


Das ich da bin, dass ich dieses schöne Päckchen geschenkt bekommen habe…Dieses Glück musste man jemanden verdanken. Deswegen wollte ich davon ein Stück abgeben.


Christian Lehnert

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